MARY & MAX ist eine 92-minütige Knetanimation, die den Weg vom Skript bis zur Leinwand in fast fünfjähriger Arbeit zurücklegte. Es ist der zweite in Australien produzierte Stopmotion-Knetfilm. (Der erste war $9.99)
Fünfzig Leute waren über ein Jahr mit den Filmaufnahmen beschäftigt, wobei sie im Durchschnitt etwa zweieinhalb Minuten Animation pro Woche schafften. Jeder der sechs Knetanimatoren kreierte täglich 4 Sekunden Film.
Der Film hat ungefähr 132.480 Einzelbilder, die mit sechs hochauflösenden Canon Digitalkameras aufgenommen wurden.
Es gab zehn Animationsstufen, mit denen sich ein siebenköpfiges Kamerateam befasste.
Adam Elliot schrieb nicht nur das Drehbuch und führte Regie, er war auch der Production Designer und entwarf alle Figuren.
Adam wurde von den Schwarz-Weiß-Portraits der New Yorker Fotografin Diane Arbus inspiriert, auch ihr Thema waren soziale Randgruppen. Eine der Figuren, die bei der Eröffnungsmontage von New York kurz gezeigt werden, ist Diana Arbus nachempfunden, sie schaut aus einem Fenster.
Adam zeichnete auch die Schriftzüge für verschiedene Dinge, wie Etiketten von Minibierflaschen, Straßenschilder, und viele von den Briefen, die Mary und Max austauschen. Das Design der Kulissen- und Requisitenkonzepte ist die Kreation der Firma Square i. Sie saß wochenlang an dem zeichnerischen Entwurf eines jeden Teils, was dann in der Werkstatt handgeformt und zusammengebaut wurde.
Die 212 Figuren des Films wurden aus unterschiedlichen Polymeren, Tonen, Kunststoffen und Metallteilen hergestellt. Die komplizierten Figuren wurden mit Kugelgelenken ausgestattet. Von den Hauptfiguren gab es bis zu einem Dutzend verschiedener Ausführungen.
Für den Film wurden 133 verschiedene Sets gebaut. Schauplätze der Handlung sind ein Vorort in Australien und die Millionenmetropole New York, mit verschiedenen Farbpaletten – Braun für Australien, Grau für Amerika. Die Verschiedenheit und Komplexität der Sets war extrem, sie reichte von einer Wüsteninsel bis hinauf in den Schokoladenhimmel. Das New Yorker Großstadtpanorama war die größte und zeitaufwändigste Herausforderung. Die ganze Werkstatt mit ihren 20 Mitarbeitern verbrachte zwei Monate mit der Ausführung.
475 Miniaturrequisiten mussten geformt werden, vom mundgeblasenen Miniweinglas, bis zu einer funktionsfähigen Underwood-Schreibmaschine. Design und Ausführung der Schreibmaschine dauerten 9 Wochen.
Um den Figuren Sprechbewegungen und Gesichtsausdruck zu verleihen, mussten sie mit auswechselbaren Mundpartien aus Knetmasse ausgestattet werden, die für jedes Einzelbild herausgenommen und durch ein anderes Teil ersetzt werden mussten. Für 1.026 Mundpartien wurde geschmolzenes Plastilin in Gummiformen gegossen. Max hatte mehr als 30 Münder, um zu sprechen und seine Emotionen ausdrücken zu können.
886 Plastilinhände mit Drahtskeletten und Gelenken wurden gegossen und bearbeitet.
394 individuelle Pupillen von der Durchschnittsgröße eines Marienkäfers wurden in Handarbeit hergestellt, und ein weißglänzender Punkt wurde aufgemalt.
147 maßgeschneiderte Kostüme wurden von unseren beiden Kostümdesignern kreiert. Marys Hochzeitskleid war dem von Lady Diana nachempfunden, und Ivys Springeranzug war nach dem Springeranzug der Mutter von Fotografin Annie Leibowitz modelliert.
38 winzige Glühbirnen mussten entworfen, gebaut, verdrahtet und beleuchtet werden. Sie wurden für alles Mögliche gebraucht, beispielsweise Stehlampen oder die Scheinwerfer des Eiscremeautos.
808 Schächtelchen für Earl-Grey-Teebeutel wurden ausgeschnitten, gefaltet, geklebt und mit Airbrush bemalt. Irgendwann mal waren wir alle, von der Produzentin bis zum Boten, mit dem Basteln von Teebeutelschächtelchen beschäftigt.
Für die vielen Figuren, Kulissen und Requisiten wurden 632 Gummiformen benötigt. Vom Augapfel bis zum Fußbodenbrett musste alles in Formen gegossen werden.
120 Noblets wurden hergestellt. Den Bildnern wurde viel freie Hand gewährt, mit dem Ergebnis, dass einige nicht ganz salonfähige Kreationen dabei heraus kamen!
73 kg Plastilin wurde zu Mündern, Händen und den Protoplastiken der Puppen geformt. Die Mischung jeder Charge von Plastilin musste in Farbton, Textur, Konsistenz und Schmelzpunkt genau abgestimmt werden.
12 Liter (= 2.400 Teelöffel) flüssiges Sexgleitmittel wurde zu Tränen oder auch reißenden Urwaldflüssen verarbeitet. Unser Laufbursche war überhaupt nicht glücklich, wenn er wieder einmal in der Apotheke geschickt wurde, um einen dringend benötigten Karton Gleitmittel zu besorgen.
Um das Team bei Laune zu halten, verarbeitete unser Koch 260 kg Tomaten, 280 kg Kaffeebohnen und 2.600 l Milch. Über 7.800 Muffins wurden verspeist, wovon 5.236 auf den Regisseur entfielen, heißt es.
